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Meterspurgleis für Spur-1-Modelle
von Friedhelm Weidelich
Leider existieren momentan nur wenige Meterspur-Modelle in 1:32, obwohl es in vielen Ländern große meterspurige Eisenbahnnetze gab und gibt. Zu den populärsten und weltweit bekannten zählen die Rhätische Bahn (RhB) in der Schweiz, die Harzer Schmalspurbahnen und die erste deutsche Museumseisenbahn des Deutschen Eisenbahn-Vereins. Die Spur-1-Auswahl beschränkt sich auf die RhB: Dingler und Proform bieten ein paar Kleinserein-Modelle an. Schmalspurbahnen wurden beim Vorbild wegen des geringeren Platzbedarfs und der niedrigeren Materialkosten gebaut. Diese Argumente würden auch für Modelle gelten. Leider sind Spur-1-Käufer auf Normalspur abonniert und wenig experimentierfreudig.
Schmalspurgleise im Spur-1-Maßstab sind meist ein Kompromiss, denn die Schienen schmalspuriger Eisenbahnen sind niedriger und leichter als bei der Normalspur. Abhängig von der Achslast und den Höchstgeschwindigkeiten gibt es hier aber eine große Vielfalt. Die Schienenprofile von kleineren Modellbahn-Maßstäben passen nicht unbedingt. Und seien wir ehrlich: Nur wenige Modelleisenbahner verfügen über tiefe Kenntnisse der Schienensysteme, die sich bei näherem Hinsehen als ähnlich komplex wie die Bauartänderungen einer preußischen P8-Dampflok entpuppen.
Für die Hersteller ist es am einfachsten, die vorhandenen Schienen des Normalspurgleises zu verwenden, auch wenn diese erkennbar zu groß geraten sind für die Schmalspur. So kann man auf weitere Zulieferer verzichten und eventuell auch die Kleineisen verwenden, die dann ebenfalls wenig mit dem Vorbild zu tun haben.
Peco verwendet beim Meterspurgleis SM32 das Schienenprofil seines Normalspurgleises: Streamline Code 200 aus Neusilber ist 5,08 mm hoch. Unter dem 2,5 mm breiten Schienenkopf befindet sich der 3 mm schmale Schienenfuß.
Der Schwellenabstand von 32 mm (Mitte zu Mitte) passt zu einer leichten Meterspurbahn und als schmerzlicher Kompromiss für die hauptbahnmäßige RhB mit ihren eng verlegten Schwellen. In Wirklichkeit dürfte das Peco-Schmalspurgleis ein Zwei-Fuß-Gleis für den in Großbritannien bei Echtdampfmodellen weit verbreiten Maßstab 1:19 sein. Der heißt dann zur Verwirrung der Festland-Europäer „16 mm to the foot“.
Dank der antiquierten British-Imperial-Maßeinheiten hat das Peco-Gleis nicht die Modellbahn-typische Spurweite von 32 mm, sondern 31,75 mm (1 1/4 Zoll). Die exakte Spurweite 1000 mm/32 wäre allerdings 31,25 mm. Was soll's? Modellbahnen bestehen immer aus vielen Kompromissen.
Im Gegensatz zu den Kleineisen beim Normalspurgleis sind die Schienen mit Platten und ein, zwei oder vier imitierten quadratischen Schraubenköpfen auf den Kunststoffschwellen angeordnet. Die Schwellen sind 71,6 mm lang und 10,4 mm breit. Die Schwellenroste unter den gebogenen Gleisen werden in der Mitte von unten mit einem quadratischen Kunststoffeinsatz verbunden.
Beim Flexgleis werden die Schwellen unter den Schienen miteinander verbunden. Lücken sichern die Formbarkeit in Bögen.
Das Gleisangebot von Peco ist erstaunlich groß: Neben einem 914 mm langen Flexgleis zu 26 € und zwei gebogenen Gleisen mit den Radien 762 mm und 965 mm gibt es folgende Weichen:
- kurze Weiche, Herzstückwinkel 22,5°, Länge 369 mm, Radius 965 mm, 136 €
- mittlere Weiche, Herzstückwinkel 8°, Länge 510 mm, Radius 1524 mm, 137 €
- symmetrische Außenbogen-Weiche, Herzstückwinkel 8°, Länge 487 mm, Radius 2413 mm., momentan nicht angeboten.
Die Weichenzungen werden durch eine Feder, die bei etwa 50 Gramm Kraft nachgibt, in den Endlagen gehalten. Der Schnappmechanismus sorgt dafür, dass die Zungen nicht auf halbem Weg stehenbleiben. Durch die Federkraft liegen die Zungen sicher an den Backenschienen an. Einen mechanischen oder elektrischen Antrieb muss man dazukaufen, was angesichts der ambitionierten Preisgestaltung bedauerlich ist. Einen Handstellhebel findet man im Normalspur-Sortiment von Peco. Die elektrischen Antriebe von Peco sind seit Jahrzehnten veraltet und erreichen auch in neuer Form nicht die Funktionalität anderer Hersteller auf dem Markt.
Die Herzstücke, Flügelschienen und Radlenker bestehen aus gebogenen und gefrästen Schienenprofilen. Die Schienen sind elektrisch so verbunden, dass sie über das Herzstück hinaus polarisiert sind. Verwendet man sie zum Beispiel für ein Ausweichgleis, müssen die am Herzstück beginnenden Schienen isoliert werden. Das war in der auch deutschsprachigen Anleitung, die der ehemalige Importeur Weinert mitlieferte, beschrieben. Schienenverbinder SL 810 müssen separat erworben werden. 24 Stück kosten stolze 11 €.
Das Sortiment wird ergänzt durch eine Waggon-Drehscheibe mit einem Durchmesser von 152 mm zu 55 €. Der Bausatz endet allerdings mit kreuzförmig montierten Schienen, die nicht versenkt sind wie bei den Wagendrehscheiben mit Handbetätigung, wie man sie früher auf manchem Fabrikgelände fand.
In Deutschland gibt es das britische Peco-Meterspurgleis nun bei Importeur NOCH.


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