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Neue Literatur
von Friedhelm Weidelich
Die V 90 gehört zu den langlebigsten Baureihen der Deutschen Bundesbahn. 513 dieser schweren Rangierloks wurden von 1964 bis 1978 in Betrieb genommen. Über 400 werden noch heute genutzt, meist bei DB Cargo und vielen privaten Betreibern in Deutschland.
Das soeben erschienene EK Special 162 „Die Baureihe V 90 und ihre Schwestern“ schildert gut lesbar und kompakt die Entstehung der V 90 als Ablösung für schwere Dampfloks im Rangierbetrieb, nachdem sich die dreiachsige V 60 als zu schwach erwiesen hatte (aber fast so langlebig ist).
Die Konstruktion basierte auf der V 100, erlaubte aber eine höhere Achslast von 20 t. Nach Praxiserfahrungen mit 20 Vorserienlokomotiven mit 14.000 mm Länge wurde eine um 320 mm verlängerte Serie V 90 bzw. Baureihe 290 bei MaK, Henschel, KHD und Jung in Auftrag gegeben. Bei den Dieselmotoren lernte die DB hinzu und ließ ab 1974 die Baureihe 291 mit einem langsamlaufenden Motor mit nur noch 1100 PS bauen, der weniger Ausfälle erzeugte als die 1350-PS-Motoren. Durch Umbauten entstehen die Baureihen 294, 295 und 296. Ab 2009 beginnen Ausmusterungen und Verkäufe an andere EVU. Auch ein Probeumbau zu einer Hybridlok zusammen mit Toshiba wird 2015 unternommen, aber 2019 nach zwei Probeloks der Baureihe 1094 vor Serienbeginn abgebrochen.
Das von mehreren Autoren produzierte EK-Special beschreibt die Entwicklung der Rangierlok bei der DB und zeigt alle späteren Bahnbetreiber mit großformatigem Bildmaterial. Auch die Privatbahn-Version von MaK, der Typ G 1600 BB, wird vorgestellt. Am Ende des 98 Seiten starken Hefts werden alle Loks und ihr Verbleib aufgelistet. Abgelöst wird die V 90 bei DB Cargo durch den Vectron Dual Mode Light, eigentlich eine Streckenlok und mit den beiden Führerständen umständlich bei Richtungswechseln beim Rangieren.
Ich kann das Sonderheft für 13,90 € nur empfehlen, zumal es viele Anregungen für Rangierszenen und Streckeneinsätze gibt. Die Privatbahnloks fallen durch DB-ähnliche Farbschemata und kreative Neugestaltungen auf.


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