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Neue Wachstumschancen bei der Spur 1 durch fiktionale Modelle

von Friedhelm Weidelich

Fiktionale Modelle könnten neue Impulse in einem lahmenden Markt setzen, wenn die Anbieter etwas mehr Fantasie und Ehrgeiz bei der Erfindung von Varianten entwickeln würden. In frühere Epochen rückdatierte Vorbilder sind eine Möglichkeit. Doch frei erfundene Eisenbahnen in attraktiven bunten Farben könnten den Spur-1-Markt gewinnbringend bereichern. Diese Chance wird noch viel zu wenig genutzt.

Fiktionalbahnen sind die Zukunft der Spur 1. Denn so bekommt jeder, was er sich erträumt hat, völlig unabhängig davon, ob das Modell ein Vorbild hatte. Weg mit den Epochen, weg mit der Streiterei um DRB, DRG, DR und DRost, weg mit mühselig recherchierten Unterlagen zu Baureihen, Baujahren und Betreibern!!! Foto nehmen, schön finden, in China ein halbwegs ähnliches Modell konstruieren lassen und ab ins Grafikbüro für mindestens 50 Varianten. So geht Spur 1!

Das ist beileibe nichts Neues, LGB hat es vorgemacht und geht nun den umgekehrten Weg: echte Modelle in Kleinserie, gut und teuer. Warum sollte man nicht die bewährte Strategie von LGB (und Playmobil) verwenden, um frischen Wind in die Spur 1 zu bringen?

Das größte Manko bei fiktionalen Modellen für die Spur 1 sind nicht die Vorbilder. Die gibt es reichlich, notfalls auch bei den nie real umgesetzten Hinterlassenschaften des Dritten Reichs.

Was heute fehlt, sind überzeugende, wohlklingende Namen von Eisenbahngesellschaften, die es nie gab, aber gegeben haben könnte. Nicht langweilige Namen wie die Pappenheimer Lokalbahn, sondern Namen, die explosive Kaufanreize ins Gehirn pflanzen. Must-haves für alle Kontinente, in bunten Farben. Einzigartig und mit dem Mut zu frei Erfundenem. Erlaubt ist, was Umsatz bringt gefällt.

Dazu kommt: Jede neue Variante zieht Sammler magisch an.

Zusammen mit dem Beratungsinstitut Spur1info Consulting Unlimited (SOUL), dem beispielsweise Märklin und LGB viele erfolgreiche Projekte verdanken, habe ich einige Vorschläge entwickelt, die die stickige Spur-1-Szene belüften könnten. Bisher stehen nur wenige Lackierungs- und Beschriftungsdesigns fest, doch der Weg zur finalen Fiktionalphase ist geebnet.

Hier einige Vorschläge für klangvolle Namen und bunte Züge ohne lästige historische Beschränkungen und Grenzen:

Koestlich Bayherische Ficzionalbahnen (hopfengrün mit Wagennummern zum Selbstdekorieren, siehe Foto)

Fürstenfeldbrucker Fiktionalbahn (FFB), als 3D-Simulation
Fischkistener Modularbahn (nur echt mit Schuppen)
Ei Sen Bahn, auch mit den Schreibweisen Eisen’bahn und E-S-B
Bastis blaue Bimmelbahn (orange/gelb)
Katarrhische Materialbahn (rauchgrau mit schwarzen Punkten )
Albanian Shepherd’s Railway (schäfchenbeige)
Ralf’s Wertanlage (typisch mit falschem Apostroph)
Tägerwilen – Schaffhauser Rheinuferbahn
D'Grafen vu Lëtzebuerg Eisebunn
Chemin de fer Blondefontaine – Montargis
Hausüberländgrunder Peripheriebahn (rot mit weißem Fensterband)
Ferrocarrils del Principat d’Andorra
Heidis Geissen Bergbahn – der Ziegenzug
Bartwischer Tachinierzugerl (mit Schnürlsamt-Sitzen)
Ten Twenty Curved Track Train (TTCTT), ideal als Weihnachtsbahn
Calea ferată a lui Dracula
Can’s Ass Canadian Central RR
Danske Kystbanen (Dänische Küstenbahnen)
Nederlandse Kustspoorlijn (Niederländische Küstenbahn)
Chemin de fer Champagnois de la Veuve cliquant
Karl’s Erlebnisbahn (erdbeerrot und sahneweiß)

Mein Foto zeigt ein Handmuster in Mischbauweise aus Dosenblech und Aluminium mit Werkspatinierung.


Zusätzlich empfehle ich Händlern, zur Überbrückung der mehrjährigen Vorbestellfristen Eisenbahn-Malbücher mit Buntstiften an Spur-1-Kunden auszugeben. So können Wunschmodelle frühzeitig erkannt und als zusätzliche Versionen ins Programm genommen werden.


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